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11.10.2022 16:53:00
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EnBW-Aktie tiefrot: EnBW-Gashandelstochter VNG reduziert Risiken aus Ersatzbeschaffung - Gaspreise deutlich erhöht

Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG hat die Risiken ihres Leipziger Gashändlers VNG reduziert.
Aus heutiger Sicht werde die Ergebnisbelastung im Geschäftsjahr 2022 unterhalb der im Nachtragsbericht zum ersten Halbjahr angegebenen Risikobandbreite von zusätzlich 1,3 Milliarden Euro liegen, aber über der bereits berücksichtigten Belastung von 545 Millionen Euro.
VNG hat wegen der teuren Ersatzbeschaffung von Gas durch den Ausfall der russischen Lieferungen hohe Verluste erlitten. Das Unternehmen hat deshalb im September einen Antrag auf Stabilisierungsmassnahmen beim Bundeswirtschaftsministerium gestellt.
Der Vergleich mit WIEH sieht nun vor, dass Mehrkosten für die Ersatzbeschaffung im Geschäftsjahr 2022 von dem Lieferanten getragen werden. Die bisher von VNG getragenen Belastungen aus der Ersatzbeschaffung werden von WIEH erstattet.
Neben dem Liefervertrag mit der WIEH GmbH läuft noch bis Jahresende ein Gasbezugsvertrag mit der russischen GAZPROM Export (GPE), womit VNG selbst als Importeur agiert. Die Belastung aus diesem Vertrag hängt laut EnBW davon ab, ob und in welcher Höhe diese Verluste nach Wegfall der Gasumlage kompensiert werden können. Die Gespräche mit der Bundesregierung liefen derzeit.
Die VNG-Gruppe versorgt rund 400 Stadtwerke und Industriebetriebe mit Gas und stellte im vergangenen Jahr rund ein Fünftel des deutschen Gasbedarfs. Die EnBW ist mit 74,21 Prozent am drittgrössten deutschen Gasimporteur beteiligt.
EnBW erhöht Gaspreise erneut deutlich
Nur wenige Monate nach der letzten kräftigen Erhöhung hebt der Energieversorger EnBW die Gaspreise weiter massiv an. Zum 1. Dezember steigen die Preise in der Grundversorgung im Schnitt um 38 Prozent, wie das Unternehmen am Dienstag in Karlsruhe mitteilte. Zum Juli hatte das Plus bei knapp 35 Prozent gelegen. "Sobald die Vorschläge der von der Bundesregierung eingesetzten Expertenkommission zur Abfederung der gestiegenen Energiekosten konkret ausgestaltet und gesetzlich verankert sind, wird die EnBW diese in der Preisgestaltung berücksichtigen", hiess es weiter.
Nach wie vor seien die Kosten, für die EnBW Gas beschafft, infolge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine sehr hoch, erklärte der Versorger. Der bisherige Durchschnittspreis an den Grosshandelsmärkten für das laufende Jahr habe sich verfünffacht, zeitweise gar verzehnfacht. Auch nach der Preiserhöhung liege der Gaspreis bei der EnBW allerdings weiterhin unter dem Marktdurchschnitt.
Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20 000 Kilowattstunden muss einer Musterrechnung zufolge mit Zusatzkosten von rund 64 Euro brutto im Monat rechnen. Die seit Anfang Oktober auf sieben Prozent gesunkene Mehrwertsteuer sei schon enthalten und dämpfe die Erhöhung ab. Die inzwischen zurückgenommene Gasbeschaffungsumlage hatte die EnBW im Unterschied zu anderen Anbietern noch nicht erhoben. Daher ergäben sich hieraus auch keine Veränderungen beim Gaspreis.
Die EnBW-Aktie verliert via XETRA zeitweise 7,06 Prozent auf 79,00 Euro.
FRANKFURT (Dow Jones) / (awp international)
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