Kundenbasis ausgebaut |
28.02.2025 16:42:37
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Sunrise-Aktie auf Talfahrt: Sunrise setzt etwas weniger um - Eigene Ziele erreicht
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Der Telekomkonzern Sunrise hat 2024 bei leicht weniger Umsatz operativ etwas mehr verdient.
Der Jahresumsatz sank wie vom Unternehmen erwartet leicht - um 0,6 Prozent auf 3,02 Milliarden Franken. Ein starkes Wachstum im Geschäftskundenbereich konnte den Rückgang im Privatkundengeschäft nicht ganz ausgleichen, wie Sunrise am Freitag mitteilte.
Einer der Hauptgründe des Umsatzrückganges ist der Preisdruck, wie Firmenchef André Kraus im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP sagte. So erhielten etwa ehemalige UPC-Kunden nach der Abspaltung von Sunrise vom britisch-amerikanischen Kabelunternehmen Liberty Global bei der Migration eher günstigere Angebote. Bis Mitte Jahr sollen auch die letzten verbliebenen 20'000 Kunden migriert sein. Linderung erhofft sich Sunrise durch die angekündigten Preiserhöhungen für fast alle Handy- und Internet-Abos ab März 2025.
Mehr Kunden
Die Kundenbasis konnte dagegen ausgebaut werden: Die Zahl der Mobile-Postpaid-Abos wuchs um 159'000 oder 6 Prozent, zudem konnten 31'000 oder 2,4 Prozent neue Internet-Abos hinzugewonnen werden. Der zweitgrösste Telekomkonzern der Schweiz nach der Swisscom zählte damit per Ende 2024 rund 3,13 Millionen Mobilfunkkunden, 1,32 Millionen Breitband-Internetkunden und 1,0 Millionen Kunden für das erweiterte TV-Angebot.
Ein starkes viertes Quartal trug wesentlich zur Jahresperformance bei. Erfolge erzielte Sunrise mit seinen Device-as-a-Service-Modellen, die einen überdurchschnittlichen Anstieg der Geräteverkäufe um 7 Prozent ermöglichten, und dies in einem schrumpfenden Gesamtmarkt. Zudem stärkte das Unternehmen seine TV-Plattform mit neuen Partnerschaften, unter anderem mit Disney+ und Netflix.
Der bereinigte Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen nach Abzug der Leasingzahlungen (EBITDAaL) stieg um 0,7 Prozent auf 1,03 Milliarden Franken. Die Investitionsausgaben waren 5,2 Prozent tiefer als im Jahr davor und machten noch 16,9 Prozent des Umsatzes aus.
Bei den operativen Zahlen fiel das vierte Quartal allerdings etwas schwächer aus als erwartet. Gemäss Krause belasteten Einmaleffekte im Zusammenhang mit dem Börsengang und die Migration der früheren UPC-Kunden auf neue Sunrise-Angebote das Geschäft.
Unter dem Strich dagegen blieb ein rund 16 Prozent vergrösserter Nettoverlust von 361,9 Millionen Franken. Belastet wurde das Ergebnis durch Kosten aus dem letztjährigen Börsengang und der weiter hohen Verschuldung.
Ziele vollständig erreicht
Firmenchef Krause äusserte sich dennoch zufrieden zum Geschäftsgang: "Wir haben unsere Ziele vollständig erreicht." Den Aktionärinnen und Aktionären wolle man nun eine progressive Dividende bieten. Für das Geschäftsjahr 2024 schlägt das seit Mitte November wieder an der Schweizer Börse SIX kotierte Unternehmen eine Ausschüttung von insgesamt 240 Millionen Franken vor, wobei die Dividende pro Klasse-A-Aktie 3,33 Franken betragen soll.
Für 2025 will Sunrise die Dividende dann auf 3,42 Franken pro Klasse-A-Aktie erhöhen. Mit einer progressiven Dividende auch in den kommenden Jahren will der erneute Börsendebütant Investoren bei der Stange halten. Gleichwohl fielen die Sunrise-Aktien am Morgen deutlich im Minus, um die Mittagszeit waren es noch -2,4 Prozent auf 41,76 Franken.
Fokus aufs Handynetz
Sunrise bestätigte auch seine Prognose für das laufende Jahr 2025: Der Umsatz soll stabil bleiben, der Betriebsgewinn leicht wachsen und die Investitionsquote zwischen 15 und 16 Prozent des Umsatzes liegen. Der bereinigte freie Cashflow wird auf 370 bis 390 Millionen Franken geschätzt.
Ein Augenmerk will Sunrise 2025 auf die eigene Mobilfunkinfrastruktur richten. Details nannte CEO Krause nicht. Sunrise wird den Betrieb der veralteten 3G-Mobilfunktechnologie per Mitte Jahr einstellen. Durch die Abschaltung von 3G kann Sunrise die Kapazitäten für die Technologien 4G und 5G erhöhen. Kunden sollen ab Mitte 2025 von einem schnelleren Mobilnetz profitieren.
Sunrise-Chef Krause kassiert mindestens 15,4 Millionen Franken Lohn
Sunrise-Chef André Krause kassiert für 2024 einen Lohn von mindestens 15,4 Millionen Franken. Das ist mehr als der im vergangenen Jahr heftig diskutierte Lohn von UBS-Chef Sergio Ermotti. Krause profitiert dabei von einem "Initial Award"-Programm im Zusammenhang mit dem Sunrise-Börsengang von Mitte November.
Der tatsächliche Lohn von Krause dürfte allerdings noch weit höher liegen. Die Angaben in dem am Freitag veröffentlichten Entschädigungsbericht von Sunrise beziehen sich lediglich auf sechs Wochen am Ende des Jahres 2024. Diese umfassen die Zeit vom Börsengang am 15. November bis zum Jahresende.
Demnach liegt Krauses Basissalär sowie die variablen Vergütungen für jene Zeit bei 0,8 Millionen Franken, hinzu kommt ein Bonusprogramm, das insgesamt 13,7 Millionen Franken ausmacht. 3,5 Millionen Franken erhält der Firmenchef in Cash-Form. 10,2 Millionen Franken des "Initial Awards" werden in Aktien ausgerichtet.
Auf die Auszahlung der Leistungen muss Krause allerdings warten. Ein Grossteil davon wird erst nach vier Jahren ausbezahlt, sofern bestimmte Ziele hinsichtlich des Aktienkurses und der Dividendenhöhe sowie gewisse betriebswirtschaftliche Zahlen erreicht wurden, wie ein Firmensprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP sagte.
Neben Krause profitieren auch andere Geschäftsleitungsmitglieder von Sunrise vom Anreizprogramm, und zwar mit total 28,6 Millionen Franken.
Krauses Salär ist damit unter dem Strich ungewöhnlich hoch und übertraf auch etwa den Lohn von UBS-Chef Sergio Ermotti im Jahr 2023 mit 14,4 Millionen Franken. An den Spitzenverdiener und Novartis-Chef Vas Narasimhan kommt aber Krause nicht heran. Dieser erhielt für 2024 eine Gesamtvergütung von 19,2 Millionen Franken.
Im Freitagshandel an der SIX geht es für die Sunrise-Aktie nach einem kaum veränderten Handelsauftakt nun zeitweise um 3,65 Prozent abwärts auf 41,23 Franken.
to/uh
Zürich (awp)
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