Zurück geht es hier Grüezi! Sie wurden auf finanzen.ch, unser Portal für Schweizer Anleger, weitergeleitet.  Zurück geht es hier.
SEC droht mit Konsequenzen 02.09.2018 17:58:00

Tesla-Delisting abgeblasen: Das kommt im schlimmsten Fall jetzt auf Elon Musk zu

Tesla-Delisting abgeblasen: Das kommt im schlimmsten Fall jetzt auf Elon Musk zu

Langweilig dürfte es rund um Tesla und dessen Chef Elon Musk so bald wohl nicht werden. Nachdem er Anfang August ein Delisting des Elektroautobauers ankündigte, wurde dieser Plan wieder verworfen. Diese Konsequenzen könnten Tesla und Musk nun drohen.

Elon Musk sorgt für Chaos

Anfang August hatte Tesla-Chef Elon Musk auf Twitter angekündigt, er überlege, Tesla bei einem Kurs von 420 US-Dollar je Aktie von der Börse zu nehmen - die nötige Finanzierung dafür sei gesichert.

Diese Mitteilung hatte für großen Wirbel gesorgt und letztlich sogar die US-Börsenaufsicht SEC auf den Plan gerufen. Nach einigem Hin und Her teilte Elon Musk vergangenes Wochenende nun überraschend die Entscheidung mit - nach nicht einmal drei Wochen: Tesla bleibt an der Börse.

Darum Teslas Rückzug vom Börsenrückzug

Der Tesla-Chef habe dem Verwaltungsrat mitgeteilt, "der bessere Weg für Tesla ist, an der Börse zu bleiben", schrieb er in einem Blogeintrag. Ausschlaggebender Grund für diesen plötzlichen Sinneswandel dürfte wohl ein Gespräch mit institutionellen Investoren gewesen sein. Diese hätten Musk mitgeteilt, dass sie nur begrenzte Mittel zur Finanzierung eines privaten Unternehmens aufbringen könnten. Die Mehrheit der Investoren hätte dem Visionär zwar zugesichert, Tesla auch nach dem Börsenabschied weiterhin zu unterstützen. Die übereinstimmende Botschaft sei jedoch gewesen: "Bitte tun Sie das nicht". Denn die meisten Investoren glaubten, Tesla sei als börsennotiertes Unternehmen besser dran.

Ein ebenso wichtiger Grund für das Verwerfen der Delisting-Pläne der Tesla-Aktie dürfte der Model 3 gewesen sein. Tesla müsse sich intensiv auf die Produktion des Hoffnungsträgers konzentrieren. Die Privatisierung sei schwieriger als zunächst angenommen und würde somit eine zu große Ablenkung bedeuten. "Ich wusste, dass der Prozess eines Börsenrückzugs eine Herausforderung sein würde. Aber es ist klar, dass er noch zeitaufwendiger und anstrengender sein würde, als ursprünglich angenommen", teilte Musk mit.

Welche Konsequenzen drohen?

Ganz ungeschoren dürfte der Tesla-Chef allerdings nicht davon kommen, sorgten seine Mitteilungen doch für großes Aufsehen und blieben auch an der Börse nicht unbemerkt.

Im Anschluss an die Ankündigung, den E-Autobauer von der Börse nehmen zu wollen, schoss die Tesla-Aktie zunächst rasant nach oben, der Handel wurde zwischenzeitlich sogar ausgesetzt. Shortseller verloren hohe Geldbeträge und sollen nun bereits Klagen vorbereiten. Denn Musks Vorgehen warf die Frage auf: Darf er solch eine Nachricht überhaupt einfach so per Twitter verkünden?

Nachdem sich wenig später jedoch herausstellte, dass die Finanzierung entgegen der Annahmen wohl doch nicht gesichert sei, machte sich Skepsis breit. Musk kommentierte, er hätte den Eindruck gehabt, die Finanzierungsaussage aus Saudi-Arabien sei vollständig geklärt gewesen. Doch offenbar habe es zum Zeitpunkt des Tweets keine belastbare Finanzierungsbasis gegeben.

Ermittlungen der SEC

Aus diesem Grund ermittelt wohl mittlerweile die SEC. Die US-Börsenaufsicht habe angekündigt, die gesamte Tesla-Führung zu einer Befragung vorladen zu wollen.

Gegenstand der Untersuchung ist, ob die Ankündigungen Musks bezüglicher seiner Pläne sowie des Stands der Finanzierung tatsächlich korrekt waren und ob er mit den Tweets die Informationspflicht verletzt hat. Denn schon bald kam der Verdacht auf, der Tesla-Chef habe mit der Mitteilung beabsichtigt, den Kurs des Autobauers nach oben zu treiben.

Bereits im Anschluss an die Delisting-Ankündigung wurde die SEC aufmerksam, allerdings dürfte sie "ihre Untersuchung nun erst recht fortführen", meint der langjährige Mitarbeiter der SEC Stephen Crimmins. "Musks Rückzieher von den Privatisierungsplänen könnte ein Hinweis darauf sein, dass er keine belastbare Finanzierungsbasis für sein Delisting-Vorhaben hatte", befürchtet auch Crimmins.

Anklage wegen Marktmanipulation

Tesla drohe aufgrund von Musks Vorgehen nun wohl eine Anklage wegen Marktmanipulation, sollten sich die Anschuldigungen der SEC als wahr herausstellen. Musk müsste der Aufsichtsbehörde zunächst erklären, warum er sich so schnell von den Privatisierungsplänen verabschiedet habe. Es sei zwar glaubhaft, dass er Tesla wirklich gerne von der Börse genommen hätte. Dies hätte weniger Stress für ihn bedeutet - allein schon aufgrund der Tatsache, dass er keine vierteljährlichen Quartalsberichte mehr hätte veröffentlichten müssen. Diese Erklärung dürfte der SEC wohl aber nicht ausreichen.

Dennoch scheint es eher unwahrscheinlich, dass Musks Pläne nur ein Bluff waren. Schließlich ließ sich Tesla bereits von der Beteiligungsgesellschaft Silver Lake sowie den Großbanken Morgan Stanley und Goldman Sachs bezüglich der Finanzierung im Falle einer Privatisierung beraten, was sehr kostspielig gewesen sein dürfte. Zudem dürfte der Autobauer zeitnah mit Rechtskosten wegen der Sammelklagen sowie der SEC-Ermittlungen konfrontiert werden. Ob Elon Musk diese Schwierigkeiten in der jetzigen Situation Teslas ohne Hintergedanken eingegangen wäre, bleibt fraglich.

Redaktion finanzen.ch

Weitere Links:


Bildquelle: Nadezda Murmakova / Shutterstock.com,Joe Scarnici/WireImage/Getty Images,Sergio Monti Photography / Shutterstock.com,Tesla Motors

Analysen zu Tesla

  • Alle
  • Kaufen
  • Hold
  • Verkaufen
  • ?
03.04.25 Tesla Sell UBS AG
02.04.25 Tesla Buy Deutsche Bank AG
02.04.25 Tesla Outperform RBC Capital Markets
28.03.25 Tesla Buy Deutsche Bank AG
28.03.25 Tesla Outperform RBC Capital Markets
Eintrag hinzufügen

Erfolgreich hinzugefügt!. Zu Portfolio/Watchlist wechseln.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Kein Portfolio vorhanden. Bitte zusätzlich den Namen des neuen Portfolios angeben. Keine Watchlisten vorhanden. Bitte zusätzlich den Namen der neuen Watchlist angeben.

CHF
Hinzufügen

Investieren in Rüstungsaktien – Wall Street Live mit Tim Schäfer

Tim Schäfer analysiert im Gespräch mit David Kunz (COO der BX Swiss) die spannendsten Defense-Aktien aus Europa und den USA. Sind Rheinmetall, Palantir oder Lockheed Martin noch kaufenswert – oder schon überbewertet?
Wir sprechen über die Rolle von Trumps NATO-Druck, die massive Aufrüstung in Europa und warum gerade europäische Rüstungsaktien boomen.

✅ Top-Performer 2024
✅ Value- und Dividenden-Checks
✅ Geheimtipps wie BAE Systems, Thales & Co.
✅ Palantir als digitaler Profiteur

In unserem zweiwöchigen Format „Wall Street Live“ mit Tim Schäfer behandeln wir Topaktuelle Themen des Marktgeschehens.
🛑 Wichtig: Das Thema Rüstung ist gesellschaftlich wie ethisch komplex – in diesem Video beleuchten wir vor allem die börsentechnische Entwicklung und die wirtschaftlichen Auswirkungen globaler Ereignisse.

👉🏽 https://bxplus.ch/wall-street-live-mit-tim-schaefer/

Investieren in Rüstungsaktien – Wall Street Live mit Tim Schäfer

Mini-Futures auf SMI

Typ Stop-Loss Hebel Symbol
Short 12’848.48 8.72 BUJS6U
SMI-Kurs: 11’743.13 04.04.2025 14:44:28
Long 11’145.81 19.57 SSRM0U
Long 11’000.00 12.15
Long 10’480.00 8.26
Die Produktdokumentation, d.h. der Prospekt und das Basisinformationsblatt (BIB), sowie Informationen zu Chancen und Risiken, finden Sie unter: https://keyinvest-ch.ubs.com

Aktien in diesem Artikel

Tesla 213.51 -6.49% Tesla

finanzen.net News

Datum Titel
{{ARTIKEL.NEWS.HEAD.DATUM | date : "HH:mm" }}
{{ARTIKEL.NEWS.BODY.TITEL}}