Kryptowährungen gefragt |
05.12.2024 21:59:00
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Bitcoin-Kurs überspringt erstmals 100'000-Dollar-Marke - und rutscht dann ab
Erstmals sechsstellig: Der Bitcoin hat die Marke von 100'000 US-Dollar geknackt und ein neues Rekordhoch erreicht.
• Kursanstieg unterstützt durch ETF-Zulassungen und Trump-Wahl in den USA
• Analysten sehen weiteres Potenzial
Erstmals in der Geschichte der Kryptowährungen kostet ein Cybercoin einen sechsstelligen Dollarbetrag: Der Urvater unter den Kryptowährungen, der Bitcoin, hat die Marke von 100'000 US-Dollar erstmals übersprungen. In der Spitze ging es auf CoinMarketCap bis auf 103'900 US-Dollar nach oben. Zuletzt kostet ein BTC noch 99'093,97 US-Dollar und damit deutlich weniger als noch am Morgen.
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Kryptorally scheint unaufhaltsam
Noch zum Jahresstart notierte der Bitcoin bei rund 45'000 US-Dollar - und damit bei weniger als der Hälfte des aktuellen Kursniveaus. In den Folgemonaten nahm die Kryptowährung zunehmend Fahrt auf, ausgelöst durch die Genehmigung von Bitcoin-ETFs in den USA und den teils massiven Mittelzuflüssen, die erste börsengehandelte Bitcoin-ETFs generieren konnten. Im Frühjahr folgte das lang erwartete Bitcoin-Halving, das den Kryptomarkt bewegte. Kräftige Impulse mit teils massiven täglichen Preisausschlägen brachte aber erst die US-Wahl mit sich.
Im Wahlkampf hatte sich Donald Trump als "Krypto-Präsident" inszeniert und kryptoaffine Wähler mit Versprechen rund um weniger Regulierung des Sektors umgarnt. Dass Trump die Wahl gegen Kamala Harris überraschend deutlich gewonnen hat und in den Folgetagen deutlich wurde, dass die Republikaner auch im Senat die Mehrheit geholt haben, liess die Hoffnungen in der Kryptocommunity steigen, dass die Wahlversprechen von Trump auch umgesetzt werden können.
Dabei scheint der designierte Präsident bereits an konkreten Umsetzungsplänen zu arbeiten. Trumps Übergangsteam prüft die Einrichtung eines speziellen Postens im Weissen Haus, der sich auf die Politik für digitale Vermögenswerte konzentrieren soll. Die Branche begrüsst diesen Vorschlag und fordert, dass diese Rolle - eine Premiere in den USA - direkten Zugang zum künftigen Präsidenten erhält. Zudem wurde bekannt, dass sich die Trump Media & Technology Group in Donald Trump in "fortgeschrittenen Verhandlungen" mit der Kryptobörse Bakkt, bei denen es um den Kauf sämtlicher Bakkt-Aktien gehe.
Als zusätzlich kurstreibend erweisen sich anhaltende massive Bitcoin-Käufe durch den US-Softwarehersteller MicroStrategy.
Party-Stimmung
Die Party-Stimmung der Krypto-Szene wurde durch die Ankündigung von Trump angeheizt, den Krypto-Befürworter Paul Atkins zu seinem Wunschkandidaten als Chef der mächtigen US-Börsenaufsicht SEC zu machen. Der bisherige SEC-Vorsitzende Gary Gensler war dagegen für seinen harten Kurs gegenüber Digital-Währungen bekannt. Gensler hatte am 21. November angekündigt, mit dem Einzug Donald Trumps ins Weisse Haus im Januar von seinem Posten zurücktreten.
Für viele Krypto-Investoren war Gensler ein rotes Tuch. Unter seiner Führung setzte die SEC generell strikte Regeln für Geschäfte mit Digital-Währungen durch und ging hart gegen Betrugsfälle mit Krypto-Werten vor. Trump betonte auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social die Krypto-Affinität von Atkins: "Er erkennt auch an, dass digitale Assets und andere Innovationen entscheidend sind, um Amerika grösser zu machen als je zuvor."
Experten bringen schon neue BTC-Preisrekorde ins Spiel
Während die 100'000-Dollar-Marke gerade erst geknackt wurde, richtet sich der Blick der grössten Krypto-Bullen schon auf die Zukunft: Bernstein-Analysten trauen dem Bitcoin für das Jahr 2025 eine weitere Verdopplung zu und rechnen bereits mit einem Bitcoin-Kurs von über 200'000 US-Dollar.
Bobby Lee, Gründer und CEO der Ballet-Wallet und Gründer von Chinas erster Bitcoin-Börse BTCC hatte gegenüber Bloomberg unlängst sogar einen siebenstelligen Bitcoin-Preis in Aussicht gestellt. Innerhalb der nächsten fünf bis sechs Jahre sei das Überschreiten der Marke von einer Million US-Dollar möglich. Bereits im kommenden Jahr rechnet der Kryptoexperte mit einem Bitcoinpreis von über 250'000 US-Dollar.
Möglicherweise neue Krypto-ETFs
Sollte Atkins tatsächlich SEC-Chef werden, rechnen Experten damit, dass weitere Krypto-ETFs zugelassen werden. Bislang gibt es nur Bitcoin und Ether als ETFs in den USA. Die Abkürzung ETF steht für Exchange Traded Funds, übersetzt also börsengehandelter Indexfonds. Von den Spekulationen profitierten auch kleinere Kryptowährungen, sogenannte Altcoins.
Nach dem Abtritt von Gensler hoffen viele Kryptoanleger nicht nur auf eine laxere Aufsicht, sondern wetten darauf, dass die neue US-Regierung unter Trump ein Gegengewicht zur staatlichen Gold-Reserve in Bitcoin anlegen wird. Die USA besitzen über 8100 Tonnen des Edelmetalls im Wert von rund 670 Milliarden US-Dollar und sind damit der grösste bekannte Goldinvestor der Welt.
Wie kann eine US-Reserve in Bitcoin aussehen?
Im Wahlkampf blieb aber unklar, ob Trump lediglich von Straftätern beschlagnahmte Bitcoin-Bestände in einer Kryptoreserve anhäufen möchte oder seine Regierung aktiv Bitcoin aufkaufen wird.
Die republikanische Senatorin Cynthia Lumis aus dem US-Bundesstaat Wyoming, die als eine Vertraute von Trump gilt, hatte vorgeschlagen, im Zeitraum von fünf Jahren insgesamt eine Million Bitcoin anzukaufen und für mindestens 20 Jahre zu halten. Da die Höchstmenge der Bitcoins auf 21 Millionen Stück begrenzt ist, wären das knapp 4,8 Prozent der Bitcoin-Gesamtbestände.
Als eine weitere Ursache für den Wertzuwachs des Bitcoin sehen Experten die Anlagestrategie des US-Unternehmens MicroStrategy. Firmenchef Michael Saylor gilt als Hardcore-Bitcoiner und schaffte bislang umgerechnet rund 32 Milliarden US-Dollar in der Digital-Währung mit dem Geld aus Unternehmensanleihen an.
Kürzlich hatte MicroStrategy die Aufnahme neuer Schulden in Höhe von 2,6 Milliarden Dollar angekündigt. Die Verschuldung erfolgt über die Ausgabe von sogenannten Wandelanleihen und ist institutionellen Investoren vorbehalten. Das frische Kapital will MicroStrategy wiederum in Bitcoin investieren.
Zocken auf den Bitcoin-Kurs
Zum jüngsten Kursanstieg trug auch die Tatsache bei, dass nach den Zulassungen von Bitcoin-ETFs in den USA Anfang Januar nun auch möglich ist, Bitcoin-Optionen zu handeln, also auf den weiteren Kursverlauf zu wetten. Damit können sich insbesondere grössere Investoren beim Einstieg in den Bitcoin gegen fallende Kurse absichern.
Dafür benutzt man typischerweise sogenannte Put-Optionen, schliesst also für kleines Geld eine Wette auf sinkende Kurse ab. Das ist seit diesem Mittwoch möglich. Zudem können Wetten auf steigende Kurse, sogenannte Call-Optionen, als weiteres Vehikel dafür verwendet werden, um mit noch höherem Risiko auf höhere Bitcoin-Preise zu wetten.
Am ersten Handelstag wurden allein auf den Bitcoin-ETF von BlackRock Optionen im Wert von knapp zwei Milliarden Dollar gehandelt. 82 Prozent der Anleger wetteten auf steigende Kurse (Calls), nur 18 Prozent setzten auf fallende Preise.
Viele private Anleger, die bislang den Bitcoin mieden, stellen sich jetzt die Frage, ob sie nicht einen lukrativen Trend verpasst haben. Krypto-Influencer wie Roman Reher, der auf YouTube den Bitcoin-Kanal "Blocktrainer" betreibt, sagt immer wieder, dass es für einen Einstieg in Bitcoin nie zu spät sei. Der Bitcoin-Kurs kenne trotz grosser Schwankungen langfristig nur eine Richtung, nämlich nach oben.
"Bitcoin ist Spekulationsobjekt"
Verbraucherschützer warnen dennoch davor, sich vom Kryptofieber anstecken zu lassen. Ob sich der Bitcoin, Varianten davon oder andere Kryptowährungen mittelfristig als Alternative zu herkömmlichen Geldsystemen durchsetzen, könne niemand seriös vorhersagen, heisst es bei der deutschen Verbraucherzentrale. "Die Entwicklung der letzten Jahre ging immer mehr weg von der Idee eines alternativen Zahlungsmittels und hin zu einem Spekulationsobjekt."
Verbraucherschützer sehen mehrere Risiken. "Hier sind insbesondere die massiven Kursschwankungen bis hin zum Totalverlust und die fehlenden Sicherungssysteme zu nennen." Deshalb sei der Bitcoin als Geldanlage für Verbraucherinnen und Verbraucher nicht zu empfehlen.
Auch das Verbraucherportal "Finanztip" sieht mehr Risiken als Chancen. "Der Handel mit Bitcoins ist hochspekulativ. Der Kurs hat sich innerhalb von Wochen schon mal verdoppelt, aber auch wieder halbiert. Es gibt keine Garantie, dass Du Deine Bitcoins in Zukunft mit Gewinn verkaufen kannst." Sie könnten auch komplett wertlos werden.
Wer trotzdem Bitcoin kaufen wolle, sollte dafür nur Geld verwenden, auf das man verzichten könne. "Dein Investment sollte nicht mehr als maximal zehn Prozent Deiner gesamten Geldanlage ausmachen."
Redaktion finanzen.ch mit Material von AWP
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