Grosses Potenzial |
10.08.2022 21:31:00
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Big Pharma in China: Roche, Novartis & Co. im Wettlauf um einen schnell wachsenden Markt
In Zeiten stagnierender Wachstumsraten in Industrienationen und dem zunehmenden Erfolg von Generika-Herstellern, strecken die grossen Pharma-Konzerne ihre Fühler nach China aus. Dabei sind die heimischen Pharma-Riesen Roche und Novartis nicht die Einzigen, die in der Volksrepublik viel Potenzial wittern. Das Rennen ist eröffnet.
• Reformen öffnen westlichen Unternehmen die Tür
• Investment in China nicht ohne Risiko
China ist als neuer vielversprechender Wachstumsmarkt ins Visier der Pharma-Industrie geraten. Dabei gibt es verschiedene Faktoren, die Big Pharma dazu veranlassen sich in der Volksrepublik genauer umzusehen. So kämpfen die grossen Pharma-Riesen in den etablierten Märkten der Industrienationen mit verschiedenen Schwierigkeiten. Die Gewinne nehmen ab, die Kosten nehmen zu, die Produktivität der Entwicklung neuer Medikamente geht zurück. Daneben gibt es immer mehr Unternehmen, die sich darauf spezialisieren Generika zu produzieren und den grossen Pharma-Konzernen damit ein wichtiges Standbein ansägen. Da sich eben diese Generika-Unternehmen lediglich auf bereits existierende Medikamente spezialisieren, umgehen sie die hohen Kosten, die mit der Entwicklung neuer Wirkstoffe entstehen. Ein Problem für Big Pharma.
China bietet viele Vorteile
Die Volksrepublik könnte Abhilfe schaffen, da sie viele nützliche Faktoren auf sich vereint. Neben der hohen Bevölkerungsdichte mit einer wachsenden wohlhabenden Mittelschicht, sind die Kosten im Land der Mitte geringer als in den Industrienationen. Darüber hinaus verfügt China über eine Vielzahl an Absolventen aus den Bereichen Naturwissenschaften und Technologie, gleichzeitig bedeutet die hohe Bevölkerungsdichte, dass für klinische Studien stets eine grosse Anzahl von potenziellen Testpersonen besteht. China selbst ist daran interessiert, eine eigene funktionierende Pharma-Branche aufzubauen und verspricht sich von den sich dort ansiedelnden Big Pharma-Unternehmen insbesondere das technologische Know-how.
Reformen ebnen den Weg
Aus diesem Grund hat die Volksrepublik schon vor Jahren grundlegende Reformen durchgeführt, um mehr westliche Pharma-Konzerne anzulocken. So wurde der Zulassungsprozess für Medikamente so umgebaut, dass er schneller und weniger kompliziert abläuft. Wie BNY Mellon Smart Cures Innovation Fund-Manager Matthew Jenkin gegenüber "Finanz und Wirtschaft" kommentiert, hätten diese Reformen "die Schleusen für Medikamente aus dem Westen geöffnet". Diese Gelegenheit hat sich Big Pharma laut Jenkin denn auch nicht nehmen lassen: Mittlerweile würden sie rund ein Viertel des chinesischen Pharmamarkts für sich beanspruchen, Tendenz steigend.
Roche, Novartis & Co. sichern sich Präsenz
Auch die beiden heimischen Pharma-Riesen Roche und Novartis haben die Gunst der Stunde erkannt und bereits eine Präsenz in der Volksrepublik aufgebaut. Wie aus dem Jahresbericht von Roche hervorgeht, hat das Basler Unternehmen 2021 3,276 Milliarden Franken in China umgesetzt. Novartis generierte etwas mehr als drei Milliarden US-Dollar in dem Wachstumsmarkt. Auch wenn sich diese Zahlen bereits sehen lassen können, hat auch die Konkurrenz längst begriffen, dass ein Standbein in China lohnt. So lag der britische Konzern AstraZeneca mit einem China-Umsatz von gut sechs Milliarden US-Dollar im vergangenen Jahr noch weit vor den beiden heimischen Rivalen. Und auch das US-Pharma-Unternehmen Merck & Co ist mit einem Umsatz in China von 4,378 Milliarden US-Dollar in 2021 ganz vorn mit dabei.
Der Kampf um die Teilmärkte
Der chinesische Pharmamarkt besteht aus zwei Teilbereichen. Zum einen gibt es die Apotheken, wo die Chinesen die dort erhältlichen Medikamente meist selbst bezahlen müssen, zum anderen gibt es den Spitalmarkt, auf den nur Medikamente gelangen, die zuvor den Platz auf eine Referenzliste geschafft haben. Um diesen zu ergattern müssen die Pharma-Unternehmen an einem Auktionsverfahren teilnehmen, das es von ihnen verlangt, ihre Preise deutlich zu vergünstigen, im Schnitt um rund 50 Prozent, wie FuW schreibt. Steht ein Pharma-Unternehmen jedoch erst einmal auf der Liste, werden die Medikamente in ganz China in Spitälern eingesetzt und vom Staat bezahlt.
Dennoch kommt es auch hier vor, dass einige Anbieter, um auf die Liste zu kommen, derart grosse Preisnachlasse gewähren, dass ein Wettbewerb nicht mehr gegeben ist, wie Roche-Pharmachef Bill Anderson gegenüber "Finanz und Wirtschaft" sagt: "In einigen Bereichen haben Mitbewerber Rabatte von bis zu 97% gewährt und damit das Geschäft für alle nachhaltig erschwert, beispielsweise bei gewissen Krebsimmuntherapien". Er glaube aber, dass das Problem seitens der lokalen Behörden bald angegangen werde, um derartige Preiskämpfe zu unterbinden.
Nicht ohne Risiken
Ein Investment in China geht jedoch auch mit anderen Risiken einher. So meint der Fondsmanager Jenkin, dass die Zuwachsraten des chinesischen Pharmamarktes zu einem grossen Teil von politischen Entwicklungen abhängen, "die schwierig vorherzusehen sind". Zuletzt hatten die ohnehin schon angespannten Beziehungen zwischen den USA und China unter dem Besuch der Sprecherin des US-Repräsentantenhauses Nancy Pelosi in Taiwan gelitten. Auch der Ukraine-Krieg beweist, in welch kurzer Zeit internationale Beziehungen unter immensen Druck geraten können und was das für Folgen für international agierende Konzerne haben kann.
Redaktion finanzen.ch
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